Hochzeitsfeuerwerk, Großfeuerwerk, Barockfeuerwerk – das Pyro-Team Mallorca in Aktion
Feuerwerk hautnah: Schwere Rauchschwaden ziehen durch die Straßen Palmas und brennen in der Nase, rote Feuer spiegeln sich in kleinen Fenstern und tauchen die alten Häuser in mystisches Licht – man riecht die Teufel Mallorcas, lange bevor man sie sieht.
Dann kommen sie um die Ecke. Feuerschwingende, trommelnde und tanzende Dämonen mit furchterregenden Masken springen durch die Straßen, schleudern ihre Funken in die Menge, die dicht gedrängt am Straßenrand steht.

Feuerwerk mit Feuerteufeln
Rund 350 000 Besucher waren in diesem Jahr ins Zentrum Palmas gekommen, um den berühmten Correfoc – den Feuerlauf – der Teufel zu bestaunen. Mit Trommeln und sprühendem Feuerwerk, welches an langen Ketten befestigt über den Köpfen der Menge geschwungen wird, ziehen sie durch Palmas Altstadt entlang der Hafenpromenade bis hin zur Kathedrale von Palma de Mallorca. Es ist eine einzigartige Atmosphäre, die die Feuerteufel in ihren mittelalterlichen Kostümen erzeugen.

Feuerwerk im Rythmus der Trommeln
Die Fiesta de San Sebastian wurde zum ersten Mal im Mittelalter gefeiert, als der Heilige San Sebastian im 15. Jahrhundert Palma von der Pest befreit haben soll. Daraufhin wurde San Sebastian zum Schutzheiligen der Stadt ernannt und wird seit jeher einmal im Jahr mit einem Feuerlauf und einem Feuerwerk geehrt.

Feuerwerk Fiesta de San Sebastian
Allerdings dürften die Feuerwerke des 15. Jahrhunderts nicht mehr viel mit dem zu tun haben, was das mallorquinische Team von “Teatro Iguana” in diesem Jahr auf die Beine gestellt haben. Es war ein kleines, aber wunderschönes Musik-Feuerwerk, das die Bucht von Palma in funkelndes Licht tauchte. Dabei hatten die Pyrotechniker mit einer Hürde zu kämpfen, die einem Kopfzerbrechen bereiten kann: Aufgrund von befürchteten Schäden an der Bausubstanz der Kathedrale sind sämtliche Veranstaltunungen vor und neben der Kirche auf 100 Dezibel Lärm begrenzt – bei einem Feuerwerk , welches die ganze Stadt sehen soll, unmöglich.

Mallorcas berühmtes Feuerwerk in Palmas Zentrum
Doch “Teatro Iguana” hatte die Choreographie perfekt an die Gegebenheiten angepasst und hat mit kleinen Bomben bis 150 mm, hunderter Feuertöpfe und etlichen Gas-Flamern eine phantastische Atmosphäre geschaffen. Nach rund 20 Minuten war auch der letzte Funke am Himmel verglüht.

Pyro-Show in Palma de Mallorca

Abschluss-Feuwerwerk vor der Kathedrale

- Die “AIDAluna” kurz vor der Taufe in Palma de Mallorca
Gleich zwei Großfeuerwerke gab Anfang des Jahres 2009 die Kreuzfahrtreederei “AIDA cruises” bei Pyrotechniker Steffen Schallschmidt in Auftrag. Anlass war die Taufe und die spätere Ausfahrt des neuesten Mitgliedes der “AIDA”- Familie, die “AIDAluna”, am 4. April im Hafen von Palma de Mallorca.
Ohne Spanischkenntnisse und Kontakte zu den Behörden und Verwaltungen wandte sich Schallschmidt ans Pyro-Team Mallorca und bat um Unterstützung. Es sollte ein Behörden-Marathon ungeahnten Ausmaßes werden, der seinen Abschluss in zwei fantastischen Feuerwerken fand, über die man in Palma noch lange sprechen wird. Für das Pyro-Team aber noch wichtiger: Es war der Beginn einer Freundschaft und Partnerschaft zwischen dem Pyro-Team Mallorca und Kunstfeuerwerke Schallschmidt.

Mike Rösler

- Steffen Schallschmidt
Die größte Hürde: Noch nie zuvor hatten ausländische Pyro-Techniker ein Feuerwerk auf Mallorca geschossen. Somit gab es keine Präzedenzfälle, auf die man im Zuge des Genehmigungsverfahrens hätte zurückgreifen können. Sowohl das Pyro-Team als auch die Inselregierung und die Hafenbehörden aus Palma betraten abolutes Neuland.
So glaubten alle Beteiligten zu Beginn – mittlerweile war auch Mike Rösler von MRP-Feuerwerke International aus Hannover zur Unterstützung eingetroffen, der heute ebenfalls Freund und einer der Eckpfeiler des Pyro-Teams Mallorca ist -, dass es doch kein Problem sein könne, innerhalb der Europäischen Union Waren von einem Land ins andere zu schicken. Weit gefehlt: Bei Pyro-Technik und anderem explosiven Material zeigen sich die Verwaltungen zickig, ausländische Zertifikate, Lizenzen und Genehmigungen anzuerkennen. Der Plan, rund 400 Kilogramm Feuerwerk der Klasse IV (höchste Gefahrenklasse) nach Mallorca einzuführen, scheiterte an den Bestimmungen. Es hätte mehr als acht Wochen gekostet, das Material bei den Behörden in Madrid anzumelden und mit speziellen Schiffen nach Mallorca zu bringen. Zeit, die das Pyro-Team nicht hatte.

- Pyro-Fabrikant und Feuerwerker Martín Jorda
Als verlässlicher Partner und guter Freund hat sich in dieser Situation Martín Jorda von Pirotecnia Jorda aus LLoret de Vistalegre auf Mallorca gezeigt: Sofort und und ohne Zögern öffnete er seine Bunker und ließ Schallschmidt freie Wahl. Tausende von Bomben, Feuertöpfen, Raketen und römischen Lichtern standen zur Verfügung. Material, das Jorda für seine eigenen Feuerwerke – mehr als 200 im Jahr – in seiner eigenen Fabrik produziert hatte und eigentlich dringend brauchte. Martín ließ seine Mitarbeiter Sonderschichten schieben, um nachzuproduzieren! Ohne seine Unterstützung und die seiner Jungs wäre das Projekt “AIDA” zu diesem Zeitpunkt definitiv beendet gewesen.
Das in Spanien zugelassene Material stimmte dann auch die Hafenbehörde von Palma und die Inselregierung deutlich milder. Wenige Tage später lag die Genehmigung vor, auf der wasserseitigen Hafenmole von Porto Pi die Feuerwerke aufzubauen.

Der Abbrennplatz: die Hafenmole von Porto Pi
Für den Taufakt, den das Fernseh-Sternchen Barbara Schöneberger durchgeführt hat, wurde von “AIDA cuises” ein Musikfeuerwerk gewünscht, das zu einer eigenes für diese Veranstaltung komponierten Musik geschossen werden sollte. Es kostete das Pyro-Team Mallorca mit seinen 20 Pyrotechnikern und Helfern einen ganzen Tag, alle Batterien, Mörser und Feuertöpfe entlang der Mole gemäß der Choreographie aufzubauen und zu sichern.
+++Fortsetzung folgt+++
Das angekündigte Doppelfeuerwerk auf Mallorca in den Ortschaften Magaluf und Palmanova hat es in diesem Jahr leider nicht gegeben. In buchstäblich letzter Minute haben die beiden Veranstalter die Zündungen zeitlich auseinander gezogen.
Traditionell gibt es zum Tag des Tourismus im September zwei Feuerwerke in Magaluf und Palmanova. Die beiden Ortschaften liegen nur wenige Kilometer auseinander, aber doch zu weit, um nur ein Feuerwerk für beide zusammen zu schießen. In den vergangenen Jahren wurden also zwei identische Feuerwerke aufgebaut, die zeitgleich gezündet wurden. Vom Wasser aus konnte man die Synchronität schön beobachten.
All die, die sich schon mit ihren Booten vor die Strände von Palmanova und Magaluf gelegt und sich auf eine seltene Darbietung pyrotechnischer Kunst gefreut hatten, wurden aber in diesem Jahr kurz vor Ultimo vom Gemeindevertreter aus Magaluf enttäuscht: In dem überwiegend von Engländern frequentierten Urlaubsort sollte eine halbe Stunde früher geschossen werden.
Wie bei allen offziellen Veranstaltungen hatte auch in Magaluf und Palmanova Feuerwerker Martín Jorda vom Pyro-Team das Heft in der Hand. In beiden Orten baute er kleine, aber feine Feuerwerke. Nur rund 100 Bomben, Cakeboxes und Feuertöpfe hatte es gebraucht, um wunderschöne Bilder an den Nachthimmel über dem Mittelmeer zu zaubern. Auf elektrische Zündung und Verkabelung wurde angesichts der geringen Größe verzichtet: Mit bengalischen Lichtern wurden die einzelnen Reihen gezündet.
Nach rund 15 Minuten war das Spektakel vorbei, und die Zuschauer, die die Strandpromenade säumten, dankten dem Pyro-Team mit minutenlangem Applaus.

Klein aber fein: das Feuerwerk am Strand von Palmanova
Gleich zwei Großfeuerwerke gibt es am 24. September auf Mallorca: Martín Jorda vom Pyro-Team Mallorca und Inhaber der Pirotécnia Jorda schießt am Strand von Magaluf und Palmanova. Los geht´s um 23 Uhr.

Feuerwerk auf Mallorca - schön zu jeder Tageszeit
Das Besondere: Beide Feuerwerke werden identisch sein und zeitgleich geschossen. Anfangs war gedacht, für beide Orte, die nebeneinander liegen, ein zentrales Feuerwerk am Strand zu schießen. Das Problem: Genau in der Mitte steht ein riesiges Hotel, über das niemand von der anderen Seite hinübersehen könnte.
Um nicht einen großen Teil der Gemeinde Calviá auszuschließen, hat sich Martín entschieden, zwei identische Feuerwerke synchron zu schießen – eines links, eines rechts vom Hotel.
Der ideale Platz, um beide Feuerwerke gleichzeitig zu sehen, ist wohl auf dem Wasser. Wer ein Boot hat, kann sich also glücklich schätzen.
Es war das atemberaubenste, gigantischste und schönste Feuerwerk, dass Mallorca in dieser Saison bislang gesehen hat: Wer am Samstag, 15. August, nicht in Can Picafort im Norden Mallorcas war, der hat Feuerwerks-Kunst auf höchstem Niveau verpasst! Zehntausende feierten Chef-Feuerwerker Martín Jorda von Pirotecnia Jorda, Mitglied des Pyro-Teams Mallorca, als er ein halbstündiges Musik-Feuerwerk an den Himmel schoss, das einem den Mund offen stehen ließ.

Can Picafort im Sonnenuntergang
Can Picafort in der Gemeinde Santa Margalida ist ein feierfreudiger Ort: Eine komplette Woche lang ist Fiesta zu Ehren der verschiedenen Schutzheiligen. Den Abschluss bildet traditionell ein Groß-Feuerwerk am 15. August, dem Tag der Jungfrau. Geschossen wird das schon seit Jahren von der Plaza am Hafen, direkt an der Strandpromenade.

Handarbeit bis ins letzte Detail
Große Dinge wollen gut vorbereitet sein: Bereits um 8:00 rollten Pirotecnia Jorda, das Pyro-Team Mallorca, zwei Pyrotechniker aus der Feuerwerks-Hauptstadt Europas Valencia und viele andere Helfer im Lkw- und Autokonvoi durch die Fußgängerzone auf den Abbrennplatz neben dem Yachthafen. An Bord: mehr als 8 Tonnen Material, das es galt, bis spätestens 20 Uhr zu verbauen. Die Sonne stand bereits morgens hoch am Himmel und brannte unbarmherzig auf die Pyro-Techniker herab. Mehr als einmal sah man sie neidisch zum nur 100 Meter entfernten Strand hinüberblicken, an dem sich Einheimische und Touristen im Mittelmeer tummelten.

8 Tonnen Material mussten verbaut werden

Mallorca - der schönste Arbeitsplatz der Welt
Knapp 1700 Batterien, Mörser, Römische Lichter, Vulkane und ein riesiges Lichterbild wurden gemäß dem Abbrennplan und der Choreographie sowohl auf der Plaza am Hafen als auch auf der gegenüberliegenden Mole, die den Hafen gegen das Mittelmeer abschirmt, verteilt. Jede einzelne Abschussvorrichtung wurde mit Sandsäcken eingekeilt und beschwert, damit auf keinen Fall etwas umfallen konnte. Die nächsten Häuser standen nur knapp 50 Meter von den nächsten Effekten entfernt. Sicherheit war also oberstes Gebot.

Nur wenige Meter trennten die Mörser von den Häusern
Nach gut zehn Stunden war der härteste Teil des Jobs erledigt. Die Zahlen:
- 700 Kilogramm Schwarzpulver
- 5,5 Kilometer verlegtes Kabel
- 171 belegte Zündkanäle an
- zwei digitalen Zündgeräten

Zwei digitale Zündanlagen mussten ran

Zündanlage, PC und Soundanlage werden verbunden
Dann rückten die Soundtechniker an. In Windeseile installierten sie einen gut fünf Meter hohen Turm, an dem wenig später fünf unscheinbare Lautsprecher hingen und Richtung Strand zeigten. Ein Techniker zog meterweise Kabel und schloss etliche Geräte an ein riesiges Mischpult an. Kurz darauf revidierten die Umstehenden im Umkreis von 500 Metern ihre Meinung bezüglich der unscheinbaren Lautsprecher: Ein infernalischer Krach ließ die Plaza im wahrsten Sinne des Wortes erzittern. Die Soundtechniker ließ das kalt. Sie zuckten nicht mal mit den Augen…

250.000 Watt - klein, aber oho
Es dauerte ungefähr drei Minuten, bis der richtige Regler gefunden war, um a.) die Lautstärke zu senken und b.) den Testton abzuschalten – zu viel für manche Passanten. Sie zeigten den vor Schreck gelähmten Pyro-Technikern einen Vogel. Die konnten in diesem Fall für den Lärm doch nichts dafür.

Das gemeinsame Abendessen ist ein Muss
Gemeinsam ging es zum Abendessen in ein benachbartes Restaurant. Alle kamen mit – bis auf Chef-Feuerwerker Martín Jorda, seinen Schwager Toni und seinen Cousin Juan. Die drei bilden den handwerklichen Kopf der Pirotecnia Jorda und waren zu nervös zum Essen.
Immer wieder gingen sie die Zündreihenfolge durch, immer wieder schalteten sie die Zündanlage ein, um die Zündkreise ein viertes, ein fünftes Mal zu checken. Immer wieder schritten sie die Reihen ab, den Blick starr auf die Rohre gerichtet. War wirklich jeder Zünder verkabelt? Ist nirgendwo Plus und Minus verbunden und ein Kurzschluss verursacht worden? Jeder im Team wusste: Alles war perfekt, alles würde bis auf übliche Versager funktionieren.

Die Anspannung ist Toni (rechts) ins Gesicht geschrieben
Doch die Drei brauchen ihre Kontrollen und ihre Wanderungen durch die Mörserreihen, um ihre Aufregung unter Kontrolle zu bringen. Für sie steht viel auf dem Spiel: Der Name und das Ansehen des Familienunternehmens Jorda, dass Martín bereits in der 3. Generation führt.

Hightech für das Musik-Feuerwerk
Gegen 23:00 hielt es niemand mehr im Restaurant aus. Die Pyrotechniker und Helfer machten sich auf den Weg zur Plaza. Dort standen Martín und Juan bereits an den Zündanlagen, die mit zwei Laptops verbunden waren. Auf den Laptops lief ein Pogramm, dass gewährleistet, dass das Feuerwerk synchron zur Musik geschossen wird. Anhand bekannter Aufstiegszeiten der verschiedenen Bomben berechnet das Programm, mit wieviel Vorlauf die Bomben geschossen werden müssen, um musiksynchron am Himmel zu explodieren. Einmal gestartet läuft das Programm bis zum Finale durch.
Um kurz vor Mitternacht war der kleine Strand von Can Picafort schwarz vor Menschen. Fast 20.000 Leute hatten sich in dem Ort eingefunden. Auf den Balkonen der Häuser, die der Plaza gegenüberstehen, waren Kameras aufgebaut und Getränke bereitgestellt. Niemand wollte sich das Spektakel entgehen lassen, dessen Aufbau man den ganzen Tag teils argwöhnisch teils interessiert beobachtet hatte. Als um 23:57 Uhr der erste Böllerschuss das Feuerwerk ankündigte, ging ein Jubeln durch die Menge. Die Show begann.
30 Minuten lang waren die Menschen begeistert. Am Ende feierten sie die Pyrotechniker und Helfer mit minutenlangem, stürmischem Applaus – der schönste Lohn für Feuerwerker.

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09

Pyro-Team Mallorca, Can Picfort, 15.08.09
Es war ein arbeitsreiches und dadurch wunderschönes Wochenende für das Pyro-Team Mallorca. Zwei Feuerwerke standen auf dem Programm. Den Anfang machte am Freitag, 7. August, ein Groß-Feuerwerk in Lloret de Vistalegre, Wohn- und Wirkungsstätte von Team-Mitglied Martín Jorda (Pirotecnia Jorda). Das Spektakel läutete die Feierlichkeiten zu San Domingo ein, dem Schutzpatron des Ortes.
Ein zweites, kleineres, wurde einen Tag später in Puerto Portals geschossen.

- Der Abbrennplatz
Der Abbrennplatz befand sich mitten im Dorf. Auf gut einem Hektar war der Ackerboden mit der Egge bearbeitet und perfekt vorbereitet. Nur wenige Bäume standen am Rand des Geschehens, die wenigen trockenen Grasflächen waren isoliert vom übrigen Bewuchs. Ein Zaun trennte die Schaulustigen vom Abbrennplatz und ließ die 7-köpfige Crew in Ruhe aufbauen.
Das war auch nötig: Zu den Feierlichkeiten zu San Domingo kommen jedes Jahr mehr als 20.000 Gäste und Besucher von allen Teilen der Insel in den 2000-Seelen-Ort Lloret de Vistalegre.

- Der Nachwuchs hört gespannt zu

- Martín Jorda vor seinem Heimspiel
Martín Jorda hatte für sein Heimspiel alle Register gezogen. Rund 800 Bomben vom Kaliber 50 bis 253 (!) mm waren in eine ausgefeilte und typisch spanische Choreographie eingebunden: Eine Menge Licht und noch mehr Krach! Das alles wurde in 13 Reihen zu je 10 Gruppen nach Anweisungen des Meisters aufgebaut. Zum Glück hatte die Jorda-Truppe vorgearbeitet und alle Bomben bereits mit Zündern versehen. Da sich die Fabrik und der Abbrennplatz im selben Ort befinden, fiel ein Transport über Land aus, der eine solche Vorbereitung ausgeschlossen hätte.

- Jede Generation hilft mit

- 253 mm – ein ungewöhnliches Kaliber
So aber galt es “nur”, die Gruppen mit den verschiedenen digitalen Zündverteilern zu verbinden, die schließlich mit dicken Kabeln an das Zündgerät angeschlossen wurden. Was sich einfach anhörte, hat für fünf Pyrotechniker und zwei Auszubildende sieben Stunden gedauert. Bei mehr als 30 Grad und brennender mallorquinischer Sonne ein mehr als Schweiß treibender Job. Immer wieder suchte das Pyro-Team Schutz im Schatten eines alten Feigenbaums, dessen Früchte aber leider erst im September bis Oktober reif sind.

- Abendessen unter Freunden
Am Abend kam, worauf sich das ganze Team ein Jahr lang gefreut hat: Das gemeinsame Abendessen mit der gesamten Familie Jorda und allen Angestellten und Gästen aus Deutschland im Hof der Finca in Lloret. Gut 30 Leute hatten sich an der langen Tafel versammelt, die quer in den Innenhof gestellt wurde. Fackeln und Kerzen tauchten die aufgetischten mallorquinischen Speisen in ein warmes, gemütliches Licht.

- Fütterung der Pyrotechniker – ein harter Job
Nach getaner Arbeit langten alle zu und bedienten sich an Lechona, Frito Mallorquin, Coca Mallorquin und anderen Leckereien. Auch den vier deutschen Pyrotechnikern, die für das Hochzeits-Feuerwerk in Portals angereist waren, schmeckte es vorzüglich. Wäre nicht noch ein Feuerwerk zu zünden gewesen – wir hätten wohl bis in die Morgenstunden bei Bier und Wein und Geschichten gesessen. Da wir damit aber viele Menschen enttäuscht hätten, ging es um 23:30 Uhr zurück zur Arbeit.
Die Straße direkt vor dem Abbrennplatz war voll mit Menschen. Das Pyro-Team Mallorca musste sich im wahrsten Sinne eine Schneise durch die Massen schlagen, um einen letzten Kontrollgang auf dem Abbrennplatz zu machen. Ein letzter Check der Zündkreise: Alles war vorbereitet.
Punkt Mitternacht brach dann das Spektakel los, was sich Martín Jorda in zahlreichen Stunden der Planung hat einfallen lassen. Es war das lauteste, das größte und beeindruckenste Feuerwerk, dass das Pyro-Team in diesem Jahr geschossen hat. Martín Jorda ließ sich zurecht von seinen Kollegen, Verwandten, Freunden und tausenden Gästen feiern.

- Pyro-Team Mallorca, 07. August 2009

- Pyro-Team Mallorca, 07. August 2009

- Pyro-Team Mallorca, 07. August 2009

- Pyro-Team Mallorca, 07. August 2009

- Pyro-Team Mallorca, 07. August 2009

- Pyro-Team Mallorca, 07. August 2009

- Pyro-Team Mallorca, 07. August 2009
Die Stadt Alcúdia im Norden Mallorcas ist Feuerwerk gewohnt. Doch was die Bewohner und Besucher des ehemaligen Fischerdorfes jetzt zu den Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons San Jaime geboten bekamen, ließ allen die Münder offen stehen. Martín Jorda von Pirotecnia Jorda, Mitglied des Pyro-Teams Mallorca, ließ buchstäblich die alten Stadtmauern erzittern.

Das Jorda-Team vor dem Aufbau des Großfeuerwerks
Morgens um zehn rückte der Chef-Feuerwerker mit zwei Angestellten und Unterstützung aus dem Pyro-Team im Colegio Porta des Mol an. Sie liegt malerisch in der Alstadt, geschützt mit dicken Mauern.
Es galt, 718 Bomben, Batterien, bengalische Lichter und Vulkane auf dem Schulhof zu montieren und zu verkabeln – aufgrund des schlauchförmigen Abbrennplatzes kein leichtes Unterfangen.

Der Schulhof in Alcudia diente als Abbrennplatz
Der Schulhof wird an einer Seite gesäumt von Häusern, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. Einige Balkone liegen nur wenige Meter entfernt vom Schulhof. Um ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten, durfte der zur Verfügung stehende Platz daher nicht voll genutzt werden, und die Abschussrohre reihten sich auf wie an der Schnur gezogen. Doch durch eine ausgeklügelte Choreographie hatte Martín Jorda es geschafft, dass sich später am nächtlichen Himmel ein harmonisches, weit gefächertes Lichterbild zeigte.

Lang und schmal - eine Herausforderung für den Choreografen
Trotz sengender Hitze kamen die Aufbauarbeiten schnell voran. Anhand der Aufbauliste kann jeder im Team sagen, an welche Position in welcher Reihe die Abschussrohre und Batterien gehören, und in welchen Gruppen sie angeordnet werden müssen. Da macht sich die langjährige Erfahrung bezahlt. Rechtzeitig zur Mittagspause war es geschafft: Alles stand an seinem Platz.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen in einer kleinen Bar machten sich die Pyrotechniker an das Bestücken der Rohre und die Verkabelung der Bomben.

Kaliber 200 mm - diese Bomben sind kein Spielzeug

Ein Fächer wird mit 15 Bomben bestückt

Die Gruppen werden mit Zündschnur verbunden
Am frühen Abend stand das Feuerwerk, alle Zündkreise waren gecheckt. Jetzt kam das, was Feuerwerker hassen: der tote Punkt, el punto muerto. So bezeichnen Pyrotechniker die Zeitspanne zwischen dem letzten Check der Zündkreise und dem tatsächlichen Abschuss. In Alcúdia galt es, gut vier Stunden tot zu schlagen.
Ein kleiner Imbiss und Geschichten rund ums Feuerwerk verkürzten die Zeit ein wenig, konnten es aber nicht verhindern, dass Langweile aufkam.

El punto muerto - der tote Punkt sorgt für Langeweile
Zehn vor zwölf stand das Team parat. Wie immer machte sich eine gespannte Ruhe breit. Die Pyrotechniker standen alleine auf dem großen Schulhof, niemand suchte das Gespräch. In Gedanken gingen sie jeden Arbeitsschritt, den sie ausgeführt hatten, noch einmal durch. Hatten sie wirklich nichts vergessen? Die Zündkreise standen, aber waren die Zündschnüre korrekt verbunden? Und selbst wenn nicht: Es war zu spät. Alles wartete auf den erlösenden Anruf vom Veranstalter.
Um zwanzig vor eins war es dann endlich soweit: Der erste Böllerschuss rief Besucher und Einheimische auf den Plan. Nach zwei weiteren Böllerschüssen ging dann das los, was sich Martín Jorda in wochenlanger Arbeit hat einfallen lassen:

Eine Bombe schießt gen Himmel...

...steigt bis auf 125 Meter...

...und geht als wunderschöner Effekt am Himmel auf

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009

Pyro-Team Mallorca, Alcudia, 25. Juli 2009
Das Pyro-Team Mallorca war im Süden der Insel unterwegs: Mit einem prächtigen Feuerwerk beendeten die Bewohner in Sa Rapida in der Gemeinde Campos ihr diesjähriges Stadtfest. Tausende waren gekommen, um sich das Spektakel direkt am Meer anzusehen, für das Martin Jorda von Pirotecnia Jorda verantwortlich zeichnete.
Die Location war klein, aber unproblematisch. Direkt am Meer gelegen und weit entfernt von der nächsten Wohnbebauung, ließen nur Badegäste die Haare von Chef-Feuerwerker Martin Jorda zu Berge stehen: Immer wieder überquerten kleinere Gruppen den Abbrennplatz, auf dem die geladenen Rohre darauf warteten, verkabelt zu werden. Der beherzte Einsatz der Policia Local war nötig, die den Bereich schließlich weiträumig absperrte.

Badegäste auf dem Abbrennplatz
Nach gut vier Stunden waren die Batterien und Kanonen, die Fackeln und römischen Lichter an ihrem Platz und verkabelt. Wegen des unebenen Untergrundes hatte sich Martín Jorda entschieden, jedes einzelne Abschussrohr mit Sandsäcken zu sichern – ein schweißtreibender Job bei über 30 Grad. Und was mehr als vier Stunden im Aufbau gedauert hat, verbrannte in nur 15 Minuten zu Schall und Rauch.

Die Polizei ist meistens vor Ort

Eine Bombe vom Kaliber 200 mm

Die Bomben werden verkabelt

Die Kabelenden werden an den Zündverteiler geklemmt

Der Zündverteiler wird an das Zündgerät angeschlossen

Die ersten Bomben explodieren am Himmel

gefolgt von einer strahlenden Sonne

Das Finale war atemberaubend
Das Pyro-Team Mallorca wurde gerufen, um ein Überraschungs-Feuerwerk auf einer Finca in der Gemeinde Andratx im Westen Mallorcas zu organisieren. Mike Rösler von MRP-Feuerwerke aus Hannover, Mitglied des Pyro-Teams, übernahm den Job.
Die Location war eine malerische, am Fuße des Tramuntana-Gebirges gelegene Finca. Das Haupthaus befindet sich auf einem rund 20.000 Quadratmeter großen Grundstück, von dem der meiste Teil mit Rasen und Obstbäumen bedeckt ist. Der Abbrennplatz lag am Ende des Grundstücks, gut 200 Meter unterhalb der herrschaftlichen Villa – bei dem verwendeten Kaliber von maximal 100 Millimetern ein mehr als ausreichender Sicherheitsabstand.

Die Finca in Andratx
Die Location war alles andere als ideal. Die Finca befindet sich inmitten ausgedörrter und vetrockneter Felder und Wiesen. In unmittelbarer Nähe stehen Häuser und grasende Tiere auf trockenen Weiden. Die Bomben mussten also relativ hoch zünden, damit keine Funken zu Boden fielen. Gleichzeitig durfte nicht zu hoch geschossen werden, da böige Winde die Bomben hätten abtreiben können. Eine Herausforderung für unseren mallorquinischen Pyrotechniker und Pyro-Fabrikant Martín Jorda aus Lloret, ebenfalls ständiges Mitglied im Pyro-Team.
Außerdem durfte das Geburtstags”kind” vom Aufbau des Feuerwerks nichts mitbekommen, weil es sich um eine Überraschung handelte.

Der Abbrennplatz
Der erste Schuss sollte um 23 Uhr fallen, drei Stunden vorher wurde begonnen, den Abbrennplatz vorzubereiten. Die verschiedenen Kisten wurden gemäß Abschussplan auf ihre Positionen gesetzt und verkabelt. Es wurden rund 20 Kisten in 8 Linien verbaut und jeweils in Reihe geschaltet, sodass schließlich acht Kanäle am Zündgerät belegt waren. Ein letzter Test – der Zündkreislauf stand! Ein Blick auf die Uhr: Eine Stunde noch bis zur Zündung.

Lagebesprechung des Pyro-Teams Mallorca

Der Zünder wird gesetzt

Der Zündverteiler wird belegt
Die größte Sorge während der Wartezeit galt dem Wind. Es ist üblich, dass sich der Wind auf Mallorca dreht, wenn die Sonne hinterm Horizont verschwindet. Starke Aufwinde über dem deutlich wärmeren Wasser sorgen dann für ablandige Winde – nicht so an jenem Abend.
Tagestemperaturen von annähernd 40 Grad hatten Mallorca aufgeheizt wie einen Backofen. Die umliegenden Hänge des Tramuntana-Gebirges strahlten ihre gespeicherte Hitze ab und sorgten für gewaltige Aufwinde. Die Miene des Chef-Feuerwerkes verfinsterte sich in gleichem Maße, wie der Nachthimmel über Mallorca. Zwar steht das Pyro-Team während jeder Veranstaltung in Kontakt mit der örtlichen Feuerwehr oder Zivilschutz-Gruppe, bemühen möchte man die Jungs und Mädels aber eigentlich nicht.
Kurz vor elf passierte dann, womit keiner mehr gerechnet hatte: Der Wind drehte und blies jetzt aus Osten in Richtung Mittelmeer – perfekt! Jetzt machte uns der Funkenflug keine Sorgen mehr. Letzte Rücksprache mit dem Auftraggeber: Alles war bereit. Mike Rösler machte sich auf den Weg zum Abbrennplatz und aktivierte das Zündgerät.
Punkt 23 Uhr zündete die erste Cakebox und ein Meer aus Farben erleuchtete den Nachthimmel über Andratx für eine knappe Minute. Es folgten Gold-Fontänen, die erschreckend nah, aber nicht zu nah über dem Boden abbrannten. Nach gut 8 Minuten endete der Zauber mit einem schönen Finale. Die Gäste, die das Feuerwerk von der Terrasse aus beobachtet hatten, feierten die Feuerwerker mit standing ovations.

Eine Cake-Box wurde gezündet

Schöne Effekte erhellten den Nachthimmel über Andratx

Rot-grün im Wechsel
Eine gute halbe Stunde später war der Abbrenplatz geräumt, der Müll im Auto und das Pyro-Team auf dem Weg zu einem kühlen Feierabendbier im Hafen von Port Andratx.